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Aufnahme-Philosophie... ein Thema, über das viel und oft auch kontrovers diskutiert wird. Manchmal rückt jedoch leider die Mikrofonmarke oder das Aufnahmeverfahren stärker in den Vordergrund als die aufzuzeichnende Musik. Dabei hat jede Musik einen historischen Hintergrund und eine kompositorische Struktur. Auch gibt es oftmals äußere Vorgaben, die zu berücksichtigen sind. Im Zentrum der Überlegungen, welche Mikrofonierung zu wählen ist, sollte also zunächst das Stück stehen, hinzu kommen die Instrumentierung und der Aufnahmeraum. Auch der Zweck, für den die Aufnahme bestimmt ist, kann eine besondere Aufnahmetechnik erforderlich machen. Letztlich muss der Tonmeister aus den verschiedenen Aufnahmeverfahren dasjenige (oder auch diejenigen) heraussuchen, welche(s) unter den gegebenen Umständen eine möglichst perfekte Illusion des abzubildenden Klangkörpers und seiner realen oder imaginären Umgebung erreicht. Der Tonmeister verfügt nicht nur über die nötigen technischen Kenntnisse, um die gesamte Aufnahmekette vom Mikrofon bis zum Lautsprecher beurteilen zu können, sondern weiß darüber hinaus auch um die musikalisch-akustischen Eigenschaften der Instrumente und ihrer Wechselwirkungen mit dem Aufnahmeraum. Um ein befriedigendes Aufnahmeergebnis zu erhalten, ist darüber hinaus auch die profunde Kenntnis psychoakustischer Gesetzmäßigkeiten unabdingbar. Ein erfahrener Tonmeister bringt neben der Technik eben auch solide erlerntes "Handwerk" und geschulte Ohren mit in die Produktion ein. Nur so kann eine Aufnahme entstehen, die aus dem Möglichen das Beste herausholt. Eine Aufnahme, die den flüchtigen Moment des Klanges verzaubert und festhält. Eine Aufnahme, die auch der kommerziellen Nutzung dienen kann.
Olaf G. Günther,
Tonmeister (VDT)
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letzte Aktualisierung: Montag, 08. März 2004 |
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